A. Lampe

A. Lampe

#kirchezuHause

Wort zum Sonntag

Wenn Worte meine Sprache wären, Gott, ich hätte dir schon gesagt, in all den schönen Worten, wie
viel mir an dir liegt. Doch so oft fehlen mir die Worte. Dann hab ich die Worte nicht, dir zu sagen was
ich fühl. Dann bin ich ohne Worte. Ich finde die Worte nicht. Ich hab keine Worte für dich.
Es gibt Tage, da suche ich dich. Menschen sagen, du wohnst im Himmel. Gott, ich frage mich, wo ist
dein Himmel? Wie sieht er aus? Als Kind dachte ich, du sitzt auf einer der vielen weißen Wolken. Als
ich in ein Flugzeug stieg, wurde ich enttäuscht. Dort oben in den Wolken warst du nicht. Ist dein
Himmel nicht der, den wir sehen?
Manchmal sagt man ja auch, der Himmel sei hier auf Erden. Bist du hier auf Erden, Gott? Ja, das glaube
ich. Muss ich dich hier suchen? Wie finde ich dich? Kann ich nach dir rufen? Brauche ich dafür
bestimmte Worte? Und wenn mir die Worte fehlen, entgehst du mir dann? Entgeht mir dann der
Himmel auf Erden?
Gott, manchmal habe ich keine Worte, weil ich aus dir nicht schlau werde. Ich frage mich so oft: Was
ist dein Wille? Wenn ich mich so umschaue in der Welt – willst du all das, was hier um uns herum
passiert? Ich tue mich damit schwer zu glauben, dass du das wirklich willst. Nein, wenn ich mir dein
Reich vorstelle, dann erinnert es mich an Leichtigkeit, die ich noch nicht gefunden habe. Wenn der
erste Sonnenstrahl durch die Wolken bricht, dann denke ich: Dies muss doch dein Wille sein.
Gott, auch wenn ich nicht weiß wie es geht, ich möchte an deinem Reich mitbauen. Zeige mir, was ich
tun kann und schenk mir die richtigen Worte im richtigen Moment.
Damit ich das tun kann bitte ich dich, um all das, was ich zum Leben brauche. Das Nötige: Essen,
Trinken, Kleidung und in diesen Tagen wird es mir noch einmal ganz besonders wichtig: Gesundheit.
Das bitte ich nicht nur für mich, sondern für alle Menschen. Wenn ich mich in der Welt umschaue und
sehe, wo das nötigste fehlt, dann lässt mich das manchmal einfach verstummen. All die Ungleichheit
und Ungerechtigkeit in der Welt machen mich sprachlos. Mir fehlen die Worte.
Gott und manchmal verstumme ich einfach wegen mir selbst. Ich gebe mir mit meinem Handeln so
viel Mühe. Und doch mache ich Fehler. Nicht absichtlich, sie passieren einfach so. Für einen Moment
nicht nachgedacht und schon ist das falsche Wort über meine Lippen gepurzelt. Da sage ich manchmal
einfach besser gar nichts mehr. Manche sagen, du könntest nicht hinter die Mauer sehen und mein
Inneres würde dich kalt lassen. Ich hoffe, dass das anders ist. Ich glaube, dass du in mein Inneres blicken
kannst. Dass du siehst, dass ich manches gar nicht so meine, wie ich es sage. Du hörst all die Vorwürfe,
die ich mir manchmal mache: „Hätte ich dies doch gelassen.“ Oder „Hätte ich jenes bloß getan.“ Nein,
sie lassen dich bestimmt nicht kalt.
Gott, ich bitte dich um Gelassenheit und Nachsicht mit mir. Auch ich will versuchen nicht jedes Wort
meiner Mitmenschen auf die Goldwaage zu legen. Denn ich weiß ja selbst, wie es ist. Man hat nicht
die richtigen Worte und schon ist etwas gesagt, das man gar nicht so gemeint hat.
Manchmal, Gott, hab ich keine Worte, weil ich das Gefühl hab mich selbst nicht wiederzuerkennen.
Dann tue ich Dinge, die ich eigentlich gar nicht tun will. Ich weiß, dass sie falsch sind und tue sie
trotzdem. Ich merke, da lenkt mich wer anderes. Ich bin nicht mehr ich selbst. Ich scheine mich selbst
zu verlieren. Gott, sei du da. Ich bitte dich, zeige mir immer wieder den Weg zurück. Zurück zu dir,
zurück zu mir. Sei du die, die mich zurückholt, wenn ich mich verloren hab'.
Gott, ich bitte dich: Schenk mir die Worte, die ich nicht habe.
Lass mich erkennen, wo dein Himmel ist.
Zeige dich mir, wenn ich mich klein fühle.
Gib mir die Erinnerung an Leichtigkeit und das Gefühl vom ersten Sonnenstrahl nach langem Regen.
Vergiss nicht, was wir zum Leben brauchen.

Sieh du hinter meine Mauern und erkenne, wer ich bin.
Und wenn ich mich zu verlieren scheine, hole mich immer wieder zurück.
Gott, wenn Worte meine Sprache wären, würde ich in all diesen Momenten zu dir sprechen. Dir sagen,
was ich fühl.
Oft fehlen mir die Worte: Dann ist alles leise.
Ich bin dankbar, dass dann deine Stimme da ist, die mir die Worte schenkt:
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von den Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 

Ein Wort zum Sonntag - Zum Nachlesen

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Gottesdienst zu Hause

Wegen der Coronakrise dürfen augenblicklich keine Gottesdienste stattfinden. Das ist ausgesprochen schade. Zur Gottesdienstzeit am Sonntagmorgen um 10 Uhr können jedoch alle zu Hause in der Bibel lesen, Lieder singen oder beten. Da das voraussichtlich viele Christinnen und Christen so machen, geschieht es auf diesem Umweg dann doch gemeinsam.

Unter dem folgenden Link bietet unsere Landeskirche Anregungen und Ideen, wie wir zu Hause den Glauben leben können: kirchezuhause.de

In dieser außergewöhnlichen Zeit wird es gut sein, im guten Geist Gottes verbunden zu sein. Sein Sie dabei!

Mit den besten Wünschen,

Ihr

Georg Ziegler, Pastor