Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Marien

Losung Montag, 01. Juni 2020

Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich’s dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen!

Jesaja 44,8

Zum heutigen Kalenderblatt
Klosterkirche außen

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Marien

Losung Montag, 01. Juni 2020

Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich’s dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen!

Jesaja 44,8

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Jesuskreuz über dem Altar

Gottesdienste zur Coronazeit

Pfingstsonntag Gottesdienst

Ab 10. Mai wieder Gottesdienste

Wir freuen uns, dass nun wieder Gottesdienste stattfinden dürfen!

Wegen des weiterhin bestehenden Infektionsrisikos gelten für Gottesdienste zusätzliche Regeln.

Insbesondere muss der Abstand von anderthalb Metern eingehalten werden. Wir haben deswegen die benutzbaren Plätze in der Kirche gekennzeichnet.

So können wir etwa 35 Personen auf Einzelplätzen unterbringen. Wer in einem Haushalt lebt, darf auch in der Kirche zusammensitzen. Dann erhöht sich die Zahl der nutzbaren Plätze entsprechend.

Weiter wird dringend empfohlen – also eigentlich gefordert –, dass alle Gottesdienstteilnehmer einen Nase-Mund-Schutz verwenden. Zudem muss bis auf Weiteres auf Gemeindegesang verzichtet werden. Zusätzlich gelten bestimmte Hygieneregelungen.

Unter Beachtung dieser Vorgaben haben wir am 10. Mai einen ersten Gottesdienst gefeiert. Einiges ist gewöhnungsbedürftig, aber immerhin dürfen wir uns wieder in der Kirche versammeln.

Verständlicherweise ist es manchen noch zu riskant, unter den aktuellen Bedingungen am Gottesdienst teilzunehmen. Deswegen sind wir dabei, gelegentlich Gottesdienste auf unsere Webseite zu übertragen. Sobald es technisch funktioniert, wird das sogar live möglich sein. Diese Gottesdienste sind dann auch anschließend über die Webseite verfügbar und nachträglich ansehbar.

Wir informieren Sie über diese Seite über unsere Vorhaben.

Anders als bei den Gottesdienstes bleiben die Gemeindehäuser noch geschlossen. Das Gemeindebüro ist erreichbar, auf jeden Fall per Telefon oder Email und falls erforderlich, nach Absprache. Auch ich selbst bin entsprechend zu erreichen.

Wegen der Hygienischen Rahmenbedingungen können wir bislang auch die Kirche noch nicht wieder zur privaten Andacht öffnen.

Ich hoffe, Sie haben mit uns und im Blick auf diese Einschränkungen weiterhin Geduld und bedanke mich für das Verständnis, das ganz viele bisher bereits aufgebracht haben.

Herzliche Grüße,

Georg Ziegler, Pastor

Gemeindemagazin "ankreuzen" zum herunterladen

#kirchezuHause

Liebe Gemeinde

Pfingsten - Ende des „Lockdown“. Tja, leider nicht bei uns. Noch nicht. Aber die Erfahrung, von der die Pfingstgeschichte berichtet, ist die eines Aufbruchs nach einer Zeit hinter verschlossenen Türen. Also doch: Hinweise auch für uns!

Einschränkungen, zuhause bleiben, sich nicht offen zeigen - das galt auch für die Anhänger Jesu nach seiner Kreuzigung. Die Maske war nicht aus Stoff, sondern aus Unauffälligkeit. Nur nicht erkannt werden, sich im Stillen treffen, die Tür schließen. Lockdown aus Angst und Vorsicht. Als Freunde und Freundinnen des verurteilten Jesus identifiziert zu werden, das war ein zu hohes Risiko für Leib und Leben. Die soziale Distanz war nicht untereinander, aber zu allen anderen.

Wie kommt man daraus? Nach Ostern waren sie dem Auferstandenen begegnet bis er in einer Art Himmelfahrt von ihnen genommen wurde. Es kommt eine Kraft, ein Geist von Gott hatte Jesus ihnen noch versprochen.

Exit-Strategie? Wie kommen wir daraus? Der Psychologie-professor Peter Walschburger erklärt im Interview des Weserkurier: Das ist eine bekannte Entwicklung. Am Anfang stand das große Erschrecken, die Bilder aus Italien, der unsichtbare und unkontrollierbare Virus, die unabsehbaren Folgen einer Erkrankung und ihrer Behandlung. Jetzt kommen wir in einen Zustand der Gewöhnung. Die schlimmsten Bilder haben sich nicht bewahrheitet. Die Angst weicht einer eher gedrückten Stimmungslage. Die unerfüllten Wünsche - Urlaub im Sommer wie geht das? - die auferlegten Einschränkungen - Maskenpflicht - Hygieneauflagen - Treffen nur mit wenigen - Abstand, Abstand,

Abstand - das tritt nun mehr ins Bewusstsein. Gerade weil die Einschränkungen unseres Lebens so erfolgreich waren, erscheinen sie nun fragwürdig.

Und nun kommen noch „unterkomplexe Mythenbildungen“ hinzu, wie Professor Walschburger das so schön nennt.

Zu deutsch: einfache Lösungen suchen - Verschwörungstheorien anhängen - Bill Gates hat den Virus gemacht, weil… nun ja weil…irgendwas mit Weltherrschaft jedenfalls. Schön fand die Durchsage eines Schaffners im ICE: „Bitte setzen Sie Ihre Masken auf. Sie wissen doch, die Bundesregierung sammelt überall Speichelproben ein, um uns zu klonen und dann durch Klone zu ersetzen. Setzen Sie besser Ihre Maske auf.“ Wunderbar!

Die Lage ist unübersichtlich, die Lösung liegt nicht auf der Hand, keiner weiß, wie es weitergeht. Das ist schwer zu ertragen, darum die Suche nach „unterkomplexen“, nach einfachen Antworten. Und nach Sündenböcken, sagt der Professor. Bill Gates oder Dietmar Hopp oder natürlich Angela Merkel. Das Angebot ist breit.

Psychologisch vielleicht verständlich, aber es hilft nichts. Gar nichts. Wer vereinfacht, macht sich und anderen etwas vor.

Unterkomplex, das kann man dem Pfingstgeschehen nun wirklich nicht vorwerfen. Erst ist es nur ein Brausen, dann wie von Feuer, aber es zerteilt sich. Die Kraft geht auf viele über. Sie waren alle versammelt und wurden erfüllt vom Heiligen Geist - und fingen an zu reden - ein jeder in seiner Sprache. Keine einfache Lösung, wenn alle mitreden, auch durcheinander reden in vielen Sprachen der Parther und Meder und Elamither, Phrygien und Pamphylien, Kreter und Araber - erstaunlich, wer da alles in Jerusalem war.

Unterkomplexe Mythenbildung gab es damals natürlich auch schon: „Die sind doch besoffen“, meinen einige. Aber das zieht nicht. Die Zuhörenden fühlen sich angesprochen, ein jeder in seiner Muttersprache. Bibelausleger weisen darauf hin: das ist auch ein Signal. Hallo, diese Botschaft gilt jedem Menschen. Wer was auf sich hielt, wer mitreden wollte, sprach die Sprache der Gebildeten, sprach griechisch. Hier wird jeder und jede in der eigenen Sprache angerufen. Gott spricht meine Sprache. Seine Geistkraft will mich erreichen.

Nein, Pfingsten geht es nicht einfach zu, aber persönlich. Auch wenn Petrus dann die zusammenfassende Ansprache übernimmt, alle reden von Gottes Taten, da sind sie alle gefordert und bereit, zu erzählen von Jesus, von dem menschenfreundlichen Gott. So zeigt sich Gottes Geist, in dem er überspringt auf Einzelne. Da wird es vielfältig, unterschiedlich, zuweilen ein Sprachengewirr, aber machtvoll, wirkungsvoll.

Pfingsten erscheint uns als eher unanschauliches Fest. Wir fragen, was ist der Geist? Die Frage müsste aber eher heißen: Was bewirkt der Geist? Was bewirkt der Geist bei mir und durch mich? Der Heilige Geist, der Geist von Gott, wird euch alles lehren, was ich euch gesagt habe, so erklärt es Jesus im Johannes-Evangelium den Freunden und Freundinnen. Wenn ihr in meinem Geist lebt, dann wirkt der Geist Gottes durch und in euch. Wenn wir bezogen bleiben auf Jesus, sein Leben aus dem Vertrauen auf Gott.

Pfingsten zieht uns mit in die Sache Gottes hinein. Wir werden in die Verantwortung genommen. Da gibt es keine Distanz, sondern nur ein durch uns hindurch. Prüfet die Geister heißt es dann später in den Briefen des Neuen Testaments. Denn daran sind wir natürlich genauso beteiligt.

An der Verbreitung von Ungeistern. Vom Ungeist der Verschwörungstheorien können wir uns gerade ein buntes Bild machen. Für sich ist manches Abstruse eher harmlos, aber im Vielklang des Blödsinns zieht es Menschen aus der Solidarität, aus dem verständigen Füreinander sorgen heraus, schürt Misstrauen und Aggression und nährt den Hass der Radikalen. Achte jeder darauf, was er dazu beiträgt.

Professor Walschburger wird in der Zeitung gefragt, was denn helfen könne in dieser durchaus komplexen und eben nicht einfachen Zeit. Er meint, Menschen bräuchten Menschen, die verständig mit ihnen sprächen. Ein Dialog über das Leben, wie es ist, mit seinen ganzen Verwicklungen, Ängsten, Fragen, Unsicherheiten, ein Gespräch, keine Belehrung, ein Gespräch aus einem Geist, der Freundlichkeit und klares Denken ermögliche.

Ja, wenn das nicht auch eine schöne Beschreibung für den Geist von Jesus Christus ist: Freundlichkeit und klares Denken. Möge sich Gottes Geist auf einen jeden, auf eine jede von uns setzen, dass wir in aller Vielfältigkeit und Verschiedenheit die großen Taten Gottes erzählen, wie Petrus das nennt. Taten der Güte und Zuwendung, der Menschlichkeit und Sensibilität für andere Menschen. Das ist dann vielleicht keine einfache Lösung, aber eine, die uns allen hilft.

Eckhard Gering 

Portraitfoto von Georg Ziegler
Georg Ziegler
Tel.: 04791 / 14 96 31

Sprechzeit:
dienstags      11:00 - 12:00 Uhr
donnerstags  16:30 - 18:00 Uhr

und nach Vereinbarung
 

Pastor

Portraitfoto von Anne Leukers
Anne Leukers
Tel.: 04791 / 14 96 30